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1 Die Notwendigkeit einer Erfolgskontrolle im Eventmarketing Betrachtet man jüngste empirische Untersuchungen zum deutschen Event-Markt, so wird sich dieser auch zukünftig positiv entwickeln. In einer explorativen Studie des Lehrstuhls Marketing der TU Chemnitz und des FORUM MARKETING-EVENTAGENTUREN (1999) prognostizieren beispielsweise 96% der befragten 100 Event-Veranstalter und 85% der befragten 45 Eventagenturen für dieses Kommunikationsinstrument einen weiteren Bedeutungszuwachs. Die Gründe dafür sehen die Unternehmen nicht nur im Effizienzverlust der klassischen Kommunikationsinstrumente, sondern auch in den Besonderheiten des Eventmarketing. Dieses Instrument der Kommunikationspolitik versucht, die Marketingziele eines Unternehmens durch die Planung, Vorbereitung, Realisierung und Nachbereitung von Marketing-Events erlebnisorientiert umzusetzen. Mit inszenierten Ereignissen in Form von Veranstaltungen und Aktionen werden die Kommunikationsinhalte für die Zielgruppe direkt erfahrbar und eine dialogische Kommunikation und Interaktion zwischen Unternehmen und Kunde möglich. Neben der Schaffung von Erlebnissen um die eigene Marke läßt sich nach Meinung der Befragten somit eine stärkere Zielgruppenaktivierung realisieren, die Kundenbindung verbessern und eine nachhaltigere Erinnerungswirkung erreichen als bei klassischen Kommunikationsinstrumenten. 2 Die Festlegung von Zielen als Voraussetzung einer Erfolgskontrolle Mit dem wachsenden Einsatz des Eventmarketing und den damit verbundenen steigenden Eventbudgets ergibt sich zwangsläufig für nachfragende Unternehmen und Event- Dienstleister die Frage nach dem Erfolg erlebnisorientierter Veranstaltungen: Waren Events, wie beispielsweise die Red Bull-Flugtage oder die Coca Cola-Christmas-Tour, erfolgreicher als andere? Hängt der Erfolg nur am höheren Budget oder spielen andere Faktoren eine Rolle? Voraussetzung, um solche oder ähnliche Fragen beantworten zu können, sind klar definierte Ziele für das Eventmarketing, wobei sich drei Zielebenen unterscheiden lassen (vgl. Zanger 1998):
Letztere lassen sich
in kurzfristig und langfristig erreichbare Reaktionen bei der Zielgruppe
unterteilen. Kurzfristige Ziele beziehen sich auf die Wirkungen bei den
Teilnehmern während oder unmittelbar nach der Veranstaltung (z.B. Aktivierung,
Interaktion). Darauf aufbauende langfristige Ziele bezeichnen dauerhafte
Gedächtnisreaktionen (z.B. Veränderung in der Wahrnehmung des Markenbildes),
die wiederum die Voraussetzungen für die gewünschten finalen Verhaltenswirkungen
(z.B. Kauf der Marke) bilden. |
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| 4.1
Die Ergebniskontrolle Die Ergebniskontrolle bezieht sich hauptsächlich auf die Inszenierungs- und Nachbereitungsphase. Sie ist auf zwei Dimensionen möglich. Die Ereignisdimension zielt auf die kurzfristigen Wirkungen des Events bei den Teilnehmern ab, ohne die eigentliche Eventbotschaft zu betrachten (z.B. Aktivierung, Einzigartigkeit, Originalität). Die Markendimension hingegen untersucht die kurz- und langfristigen Wirkungen des Marketing-Events beim Empfänger in bezug auf die Marke bzw. das Unternehmen (z.B. Glaubwürdigkeit, Awareness) (vgl. Nickel 1998). Die Ereignisdimension versucht also zu bestimmen, ob die Veranstaltung der Zielgruppe gefallen hat, während die Markendimension darauf aufbauend untersucht, ob sich daraus auch Konsequenzen für die Marke bzw. das Unternehmen ergeben. Wie die folgende Abbildung zeigt, ergeben sich für die Ergebniskontrolle drei Meßpunkte. Um überhaupt einen Einfluß des Events auf der Markendimension feststellen zu können, ist in einer Pre-Messung der IST-Zustand dieser Dimension bei der Zielgruppe zu bestimmen (1. Meßpunkt). Die kurzfristige Wirkung auf beiden Dimensionen läßt sich mittels Beobachtung der Event-Teilnehmer während des Events und deren Befragung während bzw. unmittelbar nach der Veranstaltung ermitteln (2. Meßpunkt). Können die Daten zur Beurteilung der Ereignisdimension nur von den Veranstaltungsteilnehmern erhoben werden, so läßt sich die Markendimension zu einem späteren Zeitpunkt zusätzlich bei Personen abfragen, die nicht am Event teilgenommen haben (3. Meßpunkt). Letzteres zielt nicht nur darauf ab, die Wirksamkeit der Aktivitäten in der Nachbereitungsphase des Events zu prüfen, sondern auch den langfristigen Erfolg dieses Kommunikationsinstrumentes zu evaluieren. Der Einfluß störender Variablen auf die Meßergebnisse läßt sich durch den Einsatz von Kontrollgruppen offenlegen. |
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| 4.2
Die Ablaufkontrolle Die Ablaufkontrolle überwacht die Event-Entwicklung, die Inszenierung und die Nachbereitung des Events. Dabei geht es vor allem darum, Schwachstellen im Event- Prozeß aufzudecken, die für eventuelle Zielabweichungen in der Ergebniskontrolle verantwortlich sind. Das erscheint deshalb besonders wichtig, da bereits kleine Verärgerungen der Teilnehmer (z.B. zu lange Wartezeiten beim Catering) sich negativ auf die Beurteilung der ganzen Veranstaltung (Ereignisdimension) und damit auf die Marke bzw. das Unternehmen (Markendimension) auswirken können. Mögliche Kontrollkriterien und Meßinstrumente für die einzelnen Inszenierungsebenen zeigt die folgende Tabelle auf. |
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| 4.3
Die Prämissenkontrolle Da bereits die strategische Vorbereitung die Grundlagen für den Erfolg bzw. Mißerfolg des Eventmarketing legt, muß auch diese Phase in die Erfolgskontrolle einbezogen werden. So ist beispielsweise zu überlegen, ob bei der Situationsanalyse die Rahmenbedingungen für das Eventmarketing richtig eingeschätzt wurden oder ob es bei der Zielgruppenplanung gelungen ist, die richtigen Teilnehmer für den Event zu selektieren. Im Sinne einer integrierten Unternehmenskommunikation sollte man auch prüfen, ob das geplante Erlebnisprofil durch die Inszenierung des Marketing-Events umgesetzt werden konnte. Letztendlich ist der Stellenwert des Eventmarketing im Kommunikationsmix des Unternehmens kritisch zu betrachten und gegebenenfalls neu zu definieren. 5 Probleme der Erfolgskontrolle Eine Reihe von Meßproblemen bringt die Befragung der Event-Teilnehmer im Rahmen der Ablauf- und Ergebniskontrolle mit sich. Bei der Durchführung ergibt sich häufig das Problem, daß eine Erhebung während des Events aus technischen Gründen (z.B. Lautstärke, erschienen in: planung & analyse, 26. Jg. (1999), Nr. 6, S. 32-37 Lichtverhältnisse) nicht möglich ist oder nicht sinnvoll erscheint (z.B. Störung der Teilnehmer bei Interaktionsprozessen). In solchen Fällen bietet es sich an, die Interviews nach der Veranstaltung durchzuführen. Verlassen die Personen den Veranstaltungsort nach Abschluß des Events sehr schnell, kann man sie durch Anreizsysteme zur Teilnahme an der Befragung motivieren. Außerdem müssen genügend Interviewer eingesetzt werden, um möglichst von vielen Teilnehmern Informationen zu gewinnen. Sind die Adressen der Teilnehmer bekannt, bietet sich eine schriftliche Erhebung an, wobei die Gefahr besteht, daß die ersten Eindrücke des gebotenen Erlebnisses bereits wieder verblaßt sind. Während sich die kurzfristigen Wirkungen von Events noch relativ einfach bestimmen lassen, ist eine Kontrolle des langfristigen Erfolgs wegen der bereits beschriebenen Zurechnungsprobleme schwierig. Durch die geforderte Integration des Eventmarketing in die Unternehmenskommunikation wird dieses noch verschärft. Weitere Probleme ergeben sich außerdem bei den zu befragenden Konsumenten hinsichtlich ihrer Bereitschaft, an der Untersuchung teilzunehmen, müssen sie doch an drei Meßpunkten Auskünfte zur Markendimension erteilen. Probleme der Erfolgskontrolle im Eventmarketing ergeben sich auch aus der Komplexität des neuen Kommunikationsinstrumentes. So zeichnen sich Events durch eine Vielschichtigkeit hinsichtlich (vgl. Zanger 1998, S. 78f). |
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| aus, was
eine Standardisierung der Erfolgskontrolle erschwert. So ist die Evaluation
sog. Corporate Events, die sich an unternehmensinterne Zielgruppen wie Mitarbeiter
oder Außendienstler richten, mit weniger Erhebungsproblemen verbunden, da
man hier in der Regel über konkrete Ansprechpartner verfügt. Sogenannte
Public-Events mit externen Adressaten wie Endverbraucher oder Meinungsführer
erschweren die Erfolgskontrolle, da sich diese Personen einer Datenerhebung
oft entziehen. Nicht zu vergessen sei abschließend, daß die Vielzahl kooperierender Geschäftspartner, die den Erfolg bzw. Mißerfolg eines Events determinieren, vielleicht nicht gewillt ist, einer Erfolgskontrolle zuzustimmen. Zitierte Literatur Böcker, F.: Marketing-Kontrolle, Stuttgart 1988. Bruhn, M.: Kommunikationspolitik, München 1997. Lehrstuhl Marketing der TU Chemnitz; FORUM MARKETING-EVENTAGENTUREN (Hrsg.): Evaluation des deutschen Event-Marktes - Ergebnisse einer Befragung von Eventagenturen und deren Kunden, Chemnitz 1999. Inden, Th.: Alles Event?! - Erfolg durch Erlebnismarketing, Landsberg/Lech 1993. Inden, Th.: Event! Und kein Theater, in: absatzwirtschaft, 35. Jg. (1992), Nr. 12, S. 94 - 98. Jenner, Th.: Controlling strategischer Erfolgspotentiale, in: Reinecke, S.; Tomczak, T.; Dittrich, S. (Hrsg.): Marketingcontrolling, St. Gallen 1998, S. 60 - 69. Nickel, O.: Zukünftige Professionalisierungpotentiale beim Eventmarketing, in: Nickel, O. (Hrsg.): Eventmarketing: Grundlagen und Erfolgsbeispiele, München 1998, S. 281 - 302. Zanger, C.: Ist der Erfolg kontrollierbar?, in: absatzwirtschaft, 41. Jg. (1998), Nr. 8, S. 76 - 81. Zanger, C.; Sistenich, F.: Eventmarketing: Bestandsaufnahme, Standortbestimmung und ausgewählte theoretische Ansätze zur Erklärung eines kommunikativen Kommunikationsinstrumentes, in: Marketing ZFP, 18. Jg. (1996), Nr. 4, S. 233 - 242. |
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